Domi und Spicy

… und dann war da noch die Crufts 2019.

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Foto: Brian McGovern

Dankenswerter Weise gab es einen Livestream und so konnte ich drei Tage lang Obedience ansehen. Am Sonntag hatten wir uns zum gemeinsamen Public-Viewing bei Babsi verabredet um Domi und Spice die Daumen zu drücken.

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Foto: Brian McGovern

Nirgendwo auf der Welt wird Obedience schöner und eleganter präsentiert, als im Rahmen dieser legendären Hundeausstellung. Und es ist nur sehr selten schöner anzusehen als bei Domi und Spice.

Fotos: Rick van Veeren

Public-Viewing mit Babsi’s Texas.

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Wurfplanung

Julie ist gerade läufig.

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Allerdings habe ich beschlossen, sie nicht (mehr) belegen zu lassen.

Das liegt nicht an Julie. Denn sie ist ein Hund, nachdem sich viele Hundesportler sehnen, sich alle zehn Finger ablecken würden. Sie ist energisch, fokussiert, über die Maßen engagiert, sie hat eine sehr gute Auffassungsgabe und sie ist sehr schnell. Alles Eigenschaften, die einen guten Hund im Sport ausmachen.

Einer der Gründe (aber nicht der Hauptgrund) sie nicht belegen zu lassen ist, dass es einfach keinen passenden Deckrüden gibt. Ich bin ein Verfechter dafür, dass gute Hündinnen in die Zucht gehen, aber meine Kompromißbereitschaft bei der Auswahl des Rüden hält sich dann doch in Grenzen. Es gibt sehr sehr viele Deckrüden und letztes Jahr glaubte ich auch, den richtigen gefunden zu haben. Epilepsie bei der Nachzucht des Rüden machte mir einen Strich durch die Rechnung.  Jedenfalls gestaltete sich die Suche mehr als schwierig.

Julie hat sozusagen den „falschen“ Vater. Serge van der Zweeps „Gary 308227“ gehört zu den besten kontinentalen Hütehunden, wenn nicht sogar zur Weltelite. Der Rüde ist weltweit im Deckeinsatz, mittlerweile hat er weit über 1000 Nachkommen. Bald wird er in den meisten Pedigrees vertreten sein. Darüberhinaus hat Gary viele (12 Nachkommen, die ich persönlich belegen kann) Nachkommen mit Epilepsie. Was es bedeutet, einen Epilepsie-Carrier wie ihn in der Ahnentafel zu haben, ist nicht schwer auszurechnen.
Der Hauptgrund, nicht mit Julie zu züchten, war mitunter Epilepsie, vielmehr allerdings meine Ablehnung, noch mehr Nachkommen dieses Rüden in die Welt zu setzen.
Aus populationsgenetischer Sicht ist es nicht zu verantworten, weitere Nachkommen dieses Rüden zu züchten. Ich denke, dass wir in einigen Jahren schwer an den Folgen zu tragen haben werden.

Meine Jules ist wunderbar!

In jeglicher Hinsicht!

Ihre Eltern haben in ihren Disziplinen bereits Herausragendes geleistet. Aber die Welt wird davon nicht untergehen, wenn Julie keine Babies haben wird.

Meine Welpeninteressenten wurden informiert und ich bin bei der Suche nach passenden Welpen behilflich.

 

Do what you love and love what you do!

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Foto: Stefanie Schikotanz

Kenzie ist ein unabhäniger und recht selbständiger Welpe. Sie mag Menschen, war es aber nicht gewohnt, mit ihnen zu interagieren.

Die erste Woche haben wir damit verbracht, ihr die Möglichkeit zu geben, sich bei uns einzugewöhnen. Zeit ist ein elementarer Faktor bei Welpen. Sie brauchen Zeit! Zeit um Neues aufzunehmen, Zeit um neue Dinge zu verarbeiten. Alltag war angesagt! Brianna, Seven, Profi und Julie waren von Anfang kein Problem. Tweed wollte sie nicht in seiner Nähe wissen. Er ist ihr aus dem Weg gegangen und fühlte sich genervt. Mittlerweile hat sich das gelegt und sie darf neben ihm schlafen.

Für einen Welpen von einer Farm hat sie sich erstaunlich schnell eingewöhnt. Weder das Anlegen von Leine, Halsband und Geschirr waren ein Problem, noch das Autofahren. In der Box Zuhause gab es kurze Proteste, aber das ist Vergangenheit.

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Foto: Stefanie Schikotanz

Sie hat sich viel von den anderen Hunden abgeschaut bzw. haben diese einen guten Einfluss auf sie. Meine Hunde sind im Alltag sehr sicher. Sie jagen nicht, weder Wild noch Vögel und schon gar keine Autos. Es ist kein Problem, sie an anderen Hunden vorbeizuführen. Das war für Kenzie natürlich ein riesiger Vorteil. Meiner Meinung nach brauchen Border Collies souveräne erwachsene Hunde, an denen sie sich orientieren können. Selbstverständlich sind wir auch mal alleine unterwegs. Allerdings hatte ich noch nie Probleme damit, dass andere Hunde etc. wichtiger waren als ich. Momentan orientiert sich Kenzie sehr an Julie. Julie liebt rennen! Das triggert die Kleine :-/ Julie musste nun lernen, auf den Namen Kenzie ebenfalls zu kommen. Als Hütehunde macht sie, was Hütehunde machen. Gibt es viel Gerenne bei den Hunden schaltet sich schon mal ihre Software um und sie steht oder liegt und stalked die Hunde. Abrufen wird da schwierig, aber wir üben fleißig.

Meine Trainingsweise ist kein „too much, too soon“.
Ich bin der Meinung, dass „attitude & engagement“ die wichtigsten Säulen im Hundesport sind. Wer es schafft, bei seinem Hund die Leidenschaft für gemeinsames Tun zu wecken (ich meine damit nicht, die Hunde so hochzudrehen, dass sie eigentlich gar nichts mehr mitbekommen), der hat alle Karten in der Hand. Der bekommt einfach alles als Geschenk dazu – es gibt dann keine Limits mehr.

Mir geht es nicht darum, dass mein Welpe wie ein Bekloppter durch die Gegend brettert. Ich arbeite daraufhin, dass meine Hunde verstehen, was ich von ihnen möchte. Weil ich der Meinung bin, dass sich mit Verständnis sowohl Tempo als auch Fokus von alleine entwickeln. Ich halte überhaupt nichts davon, Welpen zu pushen. Jeder Welpe hat seine Lerngeschwindigkeit, ich versuche mich hier anzupassen. Lieber fördern, als fordern. Und ehrlich gesagt, ich bekomme Brechreiz, wenn ich mir Welpentrainingsvideos vom Obedience ansehe.

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Mittags im Park – Kenzie klettert gerne.

Was trainieren wir denn so?
Wir spielen viel!
Unser Spiel ist nicht ausschließlich zweckgebunden. Ganz im Gegenteil, wir spielen und tun, was uns Spaß macht. Ich möchte einen freien, offenen Geist bei meinem Hund. Spiel ist mir außerdem wichtig für die Bindung.

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Kenzie und Jane Moran. Ein wichtiges Detail – keine Angst mit anderen Menschen zu spielen. Und nein, ich mache mir keine Sorgen, dass der Fokus zu mir verloren geht.

Engagement
Kenzie lernt, dass es sich lohnt, sich für bestimmte Dinge anzustrengen. So steht Impulskontrolle derzeit ganz unten auf der Liste. Sie soll sich vorerst nicht zu viel kontrollieren, wenn sie etwas haben möchte. Ich möchte, dass sie sich begeistert, engagiert und nicht für Zurückhaltung belohnt wird. Alles geschieht spielerisch und ich versuche schon, alles in einem vernünftigen Rahmen zu halten.

Handtouch
Ein guter Handtouch ist mir wichtiger, als alles andere. Deshalb haben wir begonnen, daran zu arbeiten.

Puppytraining
Alle Übungen, die ich im Puppytraining mit meinen Schülern mache, bringe ich derzeit Kenzie bei. Wir mixen viel um keine Langeweile aufkommen zu lassen und halten die Trainings kurz. Kenzie hat keine Probleme von Futter auf Spielzeug zu wechseln. Sie bewegt sich behände, eher wie eine kleine Katze.

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Seminar mit Jane Moran. Foto: Franziska Huber-Grohmann

Fußarbeit
Mit ein paar Basics haben wir schon angefangen, aber wie bereits erwähnt, ein guter Handtouch ist vorerst wichtiger.

 

My little welsh dragon

Mein kleiner walisischer Drache hat sich gut eingelebt.

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Aeron Bright aka Kenzie, 6 Wochen alt. Foto: Gareth Davies

 

Das freut mich sehr, denn sie kommt von einer Farm in Llangeitho. Gezüchtet hat sie WG Davies (Aeron). Um ehrlich zu sein, ich war schon etwas beunruhigt, wegen ihrer Sozialisierung, aber meine Sorgen war vollkommen unbegründet. Natürlich ist sie nicht mit meiner Umwelt habituiert. Sie ist jedoch ein sehr mutiger Welpe. Kein Welpe, der schnell abhaut. Sie sieht sich die Dinge an, die sie nicht kennt. Manchmal ist sie abwartend und schaut, wie sich Sachen entwickeln. Aber scheu ist sie nicht. Zurückhaltend vielleicht in mancher Hinsicht, aber nicht kopflos.

An Hunden aus den Zwingern Goyallt und Aeron war ich schon immer interessiert. Eine Verpaarung hat es mir von jeher angetan, weil ich verschiedene Hunde aus dieser Verbindung kenne: Rock 262317 x Meg 281555
Kenzie’s Mutter „Goyallt Meg 313547“ ist eine Tochter aus dieser Verbindung. Kenzie’s Großvater „Rock“ ist ein Sohn von Jim Croppers „Sid“ – ein Ausnahmehund. Väterlicherseits kommt Kenzie über Killiebrae Spot. Dessen Vater „Zac 285644“ ich ebenfalls schon immer sehr spannend fand.

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Kenzie’S Vater Ross 360658. Foto: Gareth Davies

Naja, jedenfalls merkt man mir an, wie happy ich mit der Kleinen bin. Wir haben zusammen sehr viel Spaß, sie ist lustig, frech und anschmiegsam. Am meisten erstaunt mich ihr Lerneifer und wie schnell sie Dinge erfasst.

Jeder meiner anderen Hunde mag Kenzie – bis auf Tweed. Tweed findet sie unmöglich, weil sie erstens mehr Futter bekommt und außerdem alles an Hundespielzeug herumträgt, was sie finden kann. Sie bunkert diese Sachen dann auf ihrer Decke und spielt damit. Tweed ist jedoch der handfesten Meinung, dass alles ihm gehört (auch wenn er nur selten etwas davon benutzt). So sieht er mich mit vorworfsvollen Augen an und hofft wohl insgeheim, dass ich diesen Frevel unterbinde.

Im Alltag ist Kenzie unkompliziert. Ein ganz normaler Welpe halt, verspielt und frech. Sie isst alles, was man ihr gibt wenn es Fertigfutter ist. Rohes Fleisch mag sie (noch) nicht. Sie kennt es nicht. Das will ich natürlich etwas ändern.

Für einen Welpen von einer walisischen Farm muss ein Wechsel in unser Umfeld so etwas wie ein Kulturschock gewesen sein. Kenzie hat meine Meinung im Grunde bestätigt. Wenn es ein guter Hund ist, die Genetik passt und die Aufzucht ok war, dann sollte es keine Probleme geben. Ein wenig kämpfen wir mit der Stubenreinheit, sie vergißt einfach oft, nach draußen zu gehen oder pinkelt, wenn ihre gerade langweilig ist. Aber auch das bekommen wir in den Griff.

Über unser Training gibt es einen eigenen Blogbeitrag!

 

 

 

We are always the same age inside

Man könnte sich keinen besseren Hund wünschen und keinen, auf den das besser zutrifft. Seven, immer gut aufgelegt, immer freundlich, immer ein lieber Kerl, immer nah bei mir, in jeder Hinsicht. Ein Freund fürs Leben und zum Pferdestehlen. So war er schon als kleiner Welpe und nun, dreizehnjährig, ist er immer noch derselbe.

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Mein Nannerl …

Wo wir hingehen, da geht sie hin. Sie ist weiterhin bei all unseren Aktivitäten dabei. Sie besteht darauf, mitzukommen. Denn sie weiß, dass ohne sie gar nichts geht. Natürlich geschieht das alles unter Berücksichtigung ihres Alters. Die meisten alten Hunde mögen es gar nicht, wenn man sie aus „Rücksicht“ zu Hause lässt (da wären sie mitunter schon besser aufgehoben). Und so gemächlich es Brianna manchmal angehen lässt, an der Türe kann sie blitzschnell sein, nur damit wir sie nicht vergessen.

Mit ihr ist einfach alles viel schöner – der Frühling, das Leben, einfach alles!

Was man sich wünscht

Crufts 2018 – Domi und Spicy. Foto: Brian McGovern

Zum dritten Mal haben sich Domi und Spicy für die Crufts Obedience Championships qualifiziert. Es ist eine ganz besondere, einzigartige Leistung. Außergewöhnlich in jeglicher Hinsicht. Und ich bin so unglaublich stolz auf die beiden.

Natürlich geht damit ein Züchtertraum in Erfüllung.

Aber ist es wirklich der sportliche Erfolg, den man sich als Züchter wünscht, was ich mir für Spice gewünscht habe?

Mitnichten!

Was wünscht man sich für seine Welpen denn?

In erster Linie einen Partner zum Pferde stehlen. Jemanden, der nicht einfach aus dem Hund herausholt, was er braucht, um im Sport erfolgreich zu sein. Der nicht nimmt, was möglich ist. Jemanden der die Ressourcen nicht plündert, bevor sie voll ausgereift und verfügbar sind.

Man wünscht sich jemanden, der die richtigen Fragen an den Hund stellt und dafür das Geschenk von Zugewandtheit, Zusammenarbeit und Engagement erhält. Genau so ein Mensch ist Domi! Das zählt mehr, als alle Erfolge der Welt.

Domi gehört für mich zu den talentiertesten Handlern die ich kenne und ich freue mich über ihre Erfolge, sehr sogar. Unschätzbarer jedoch ist die Art und Weise, wie sie mit ihren Hunden umgeht. Das ist der Wert, an dem herausragende Trainer gemessen werden müssen.

Morgen ist wieder ein großer Tag für Domi und „meine“ Spicy. 💕

Beweisen müssen die beiden nichts mehr. Dennoch, für die Crufts gelten andere Spielregeln. Die Sinne müssen geschärft bleiben. Nahezu acht Minuten Fußarbeit erfordern ein hohes Maß an Konzentration. Jedes Detail muss sitzen und punktgenau abrufbar sein.

Spicy liebt den grünen Teppich und sie wird, wie immer, ihr Bestes geben.

Ich wünsche euch beiden alles Glück der Welt!

Englisches Obedience

Dieses 2019 ist ein Ausnahmejahr.

Ich bin nicht auf der Crufts.

Und selbstverständlich habe ich Entzugserscheinungen, bin unglaublich neidisch auf diejenigen, die vor Ort sein können. Die Ausstellungsszene, mit ihren teils zur Unkenntlichkeit karikierten Hunderassen, interessiert mich lediglich marginal. Es ist der Hundesport, der mich in den Bann zieht, in erster Linie englisches Obedience.

Wenn ich dort die guten Hunde laufen sehe, dann weiß ich, welchem Obedience mein Herz gehört, uneingeschränkt.

Deshalb bin ich in diesem Jahr sehr dankbar, dass der KC Obedience im Livestream überträgt. Egal ob vom Wohnzimmer aus oder von unterwegs, ich bin nah am Geschehen, kann mitfiebern und mich am besten Hundesport der Welt erfreuen!

News vom Nannerl

Ihr geht es gut. Leider sieht sie von Woche zu Woche schlechter. Besonders schlimm ist es, wenn ihr die Sonne ins Gesicht scheint. Aber sonst ist sie guter Dinge. Sie hüpft noch alleine ins Auto (wenn ich nicht aufpasse), sie liebt das Spazierengehen. Kaum aus dem Auto ist sie schon weg und ich muss aufpassen, hinterherzukommen. Deshalb ist sie am Anfang nun meistens an der Leine, denn mit dem Hören ist es halt auch nicht mehr so gut. Sie ist einfach sehr süß, wenn sie plötzlich losrennt – ja, sie rennt wirklich!

Wir freuen uns, dass das Wetter schöner und wärmer wird und die Tage schon merklich länger werden. Wobei ihr das kühle Wetter für die Spaziergänge schon gelegen kam.