Nannerl im November

45797977_1932813330355873_2177570795851612160_n

Der beste Hund von allen! Foto: Karoline Thalhofer

Um eine Erfahrung reicher. Es ist blöd, wenn die Waschmaschine den Geist aufgibt. Noch blöder, wenn die Hunde Durchfall haben. Die Krise ist bewältigt, alle Vierbeiner sind wieder gesund und munter. Und die neue Mitarbeiterin dreht fleißig ihre Runden.

Mittlerweile haben wir wieder Winterzeit, besser für meinen Biorhythmus, schlechter für’s Hundegassi – morgens dunkel, abends dunkel, dazwischen neblig. Trotzdem können wir uns wirklich nicht beschweren. Der November gibt sich überraschend mild. Die Wochenenden nutzen wir für ausgiebige Spaziergänge, für Gartenarbeiten und dafür, alles winterfest zu machen. Das Highlight – ich bekomme einen neuen Gartenzaun. Die Hunde fühlen sich deshalb etwas kaserniert, weil das aufgestellte Welpengitter ihre Bewegungsfreiheit einschränkt, aber die Einschränkung ist nur von kurzer Dauer.

Das brave blaue Auto war beim TÜV – alles gut. Was will man mehr.

IMG_2093.JPG

Seminar in Kaufbeuren – davor ein langer Spaziergang.

Am Wochenende waren wir in Kaufbeuren, das letzte auswärtige Seminar in diesem Jahr – es war super. Sehr tolle Teams mit denen es viel Spaß gemacht hat.

Hab ich schon einmal erwähnt, dass die Nannerl nie umkehren möchte, wenn wir spazieren gehen. Immer will sie weiter und ich muss sie jedesmal überreden, dass sie umdreht. Sie ist fast 16 Jahre alt und sie läuft noch gut und gerne 6 bis 8 Kilometer am Tag. Wir gehen nicht mehr so schnell und sie bleibt oft länger stehen um herumzuschnuppern. Sie ißt mit Appetit, aber auch dafür benötigt sie mehr Zeit. Sie hört und sieht nicht mehr sehr gut, damit kommen wir zurecht. Alle passen auf sie auf, damit es ihr gut geht. In Kaufbeuren hat Karoline Thalhofer ein paar wunderschöne Fotos von ihr gemacht.

IMG_2098

Vielen Dank, liebe Karoline Thalhofer!

Ich sammle Erinnerungen …
Hoffentlich für eine Zeit, die noch weit in der Zukunft liegt.

Auch Seven, Daily, Profi, Julie und Tweed geht es gut und es ist schön zu wissen, dass es ein bißchen ruhiger wird. Abends habe ich mehr Zeit für die Pflege der Hunde. 24 Pfoten trimmen, 24 Krallen kürzen, 6 Hunde bürsten.

 

Und jetzt muss ich einige Zeilen über das gestrige Training schreiben. Vormittags haben wir mit der Obediencegruppe der RHS Isar trainiert – Julie und der Profi waren großartig. Julie steigert sich von Training zu Training – was für ein fantastischer Hund sie ist – so fokussiert, so motiviert, stylish und schnell. Sie ist bereit, alles zu geben – voller Einsatz. Das Training mit Profi macht eh richtig viel Spaß! Im Grunde ist er einfach nur lieb, möchte es immer recht machen und er strengt sich jedesmal an. Dabei ist er so unkompliziert und fröhlich – ein Sonnenschein.

Tweed durfte bei den CaniFit’lern kurz beim Agilitytraining mitturnen – und ehrlich gesagt, darauf war ich nicht vorbereitet. Ein Tweed der richtig losbrettert und mit Begeisterung und Schwung an die Geräte heranging. Auch Wiederholungen – der zwar einfachen Sequenz – waren überhaupt kein Problem, ebensowenig die anwesenden Menschen und Hunde. Mein toller Bub blieb im Spiel und war mit Feuereifer dabei.
Es hat sich gelohnt, darauf zu verzichten, ihn in eine Form zu pressen. Die Zeit, die ich investiert habe, an einer besseren Arbeitseinstellung zu „arbeiten“, zahlt sich nun aus.

Nachmittags hatten wir ein Date bei der SV OG Taufkirchen. Wenn es sich ausgeht wollen Julie, Profi und ich nächtes Jahr die BGH 3 laufen. Also durfte Julie dort Apport über die Schrägwand und das Voraus üben – wir beide sind mit einem breiten Grinsen vom Platz gegangen.

Advertisements

Spezialpost für die Daily-Maus

IMG_1715.JPG

de risan Daily News.

Heute bekommt die Daily einen eigenen Post. Einfach deshalb, weil sie gar so eine süße Maus ist. Sie ist nun ebenfalls fast 13 Jahre alt, aber immer noch putzmunter und aktiv wie eh und je.

Wer wählt unsere Wege?

IMG_1899.JPG

Julie ist läufig …

Progesterontest und Zytologie passen. Die Tierärztin gibt grünes Licht für den Aufbruch. Donnerstagabend, das Auto gepackt, alle Papiere griffbereit. Gleich morgens soll es nach Ungarn gehen.

Julie soll (langersehnt) belegt werden …

Mr. Right erwartet uns. Es ist ein fantastischer Rüde. Genau so, wie ich ihn mir für diesen Wurf gewünscht habe. Alles passt – großartiges Temperament, alle Gesundheitsergebnisse und Gentests vorhanden. Neben der Gesundheit das wichtigste Attribut, seine Arbeitseinstellung – sie ist, wie man sie sich erträumt und als besondere Zugabe ist er bildhübsch. Ein Rüde aus dem Bilderbuch, einer der schon sehr gute Nachzuchten hat.

Und dann die Nachricht einer Freundin.

Eine Tochter des Rüden hatte einen Krampfanfall …

Worst case!

Obwohl nun bereits ein paar Tage vergangen sind, sitzt der Schock tief. Beschweren darf ich mich jedoch nicht. Zwei Tage später und Julie wäre belegt gewesen. So war es Glück im Unglück. Für die Besitzer dieser Hündin brach allerdings eine Welt zusammen. Mein Mitgefühl gehört ihnen. Ich hoffe, dass sich bei den Untersuchungen eine andere Ursache findet, ich wünsche es ihnen sehr.

Es stand außer Frage, dass ich den Deckakt sofort abgesagt habe.

Was also tun? Eine Hündin fast in der Standhitze. Die Deckrüdenauswahl innerhalb einer Minute in Schutt und Asche. Plan B und C hinfällig, da nahe Verwandtschaft des Rüden.

Ich habe das Internet auf den Kopf gestellt, auf der Suche nach dem passenden Kerl. Ich habe mich mit anderen Rüdenbesitzern und Border Collie Züchtern ausgetauscht. Die Border Collie Datenbanken durchforstet. Natürlich gab es Rüden, die meinen Anforderungen ungefähr entsprachen. Aber es ist nicht meine Art, so vorzugehen. Meine Würfe sind sorgfältig geplant. Ich wäge viele Dinge im Vorfeld ab. Vergleiche, denke, denke, denke, bevor ich mich für einen Rüden entscheide. Leicht mache ich es mir dabei nicht. Züchterisch versuche ich, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Ich mach nicht nur schwarz-weiße Hunde. Das überlasse ich anderen.

Und ich brauche Zeit, mich zu entscheiden.

Selbstverständlich nagt das schlechte Gewissen an einem, wenn man an seine Welpeninteressenten denkt. Da hoffen und warten sie, dass es Welpen geben wird und dann eine riesen Enttäuschung, dass daraus vorerst nichts wird – nichts werden kann! Natürlich möchte ich meine Welpeninteressenten glücklich sehen! Aber – um ehrlich zu sein – für die züchte ich erst in zweiter Linie. Meine Intension ist es, gute Hunde zu züchten. Und da habe ich eben meine Prinzipien.

Obwohl mir klar ist, dass die meisten Hundesportler damit zufrieden sind, einen schwarz-weißen Hund zu bekommen, so liegt mir nichts daran, den Markt zu befriedigen. Meine Hunde sind für mich etwas Besonderes und die Kriterien, die ich an sie und meine Zucht stelle, sind mir einfach zu wichtig. Im Laufe dieser ganzen Rüden-Recherche habe ich gemerkt, dass meine Standards begonnen hatten, ins Mediokrene abzusacken.

Keep your criteria! 

Das gilt nicht nur für das Training, sondern ganz besonders dann, wenn man gute Hunde züchten möchte. Deshalb habe ich schließlich die Bremse gezogen.

Es wird zu diesem Zeitpunkt keine Welpen geben.

Alle guten Dinge sind drei und wir werden es im Frühling noch einmal versuchen. Diese Entscheidung ist mir nicht ganz leicht gefallen, denn ich habe in diese Planung bereits sehr viel Zeit und Mühe investiert. Außerdem eine Menge Geld – alleine im Vorfeld einen fast vierstelligen Betrag für Julie‘s Untersuchungen, das gebuchte Ferienhaus musste kurzfristig abgesagt werden, dafür gibt es kein Geld zurück. Ganz abgesehen von der vielen Zeit und dem Geld, die es in Anspruch nimmt, sich Rüden anzusehen.

Meine Erkenntnis ist, dass alles einen Sinn ergibt, irgendwann.
Vielleicht hatte dieses „Unglück“ nur den einen Zweck,
dass mein Denken seine Richtung ändert.

„Es gibt immer einen Weg. Man muss ihn nur finden.“ (Petra Wenzel)

In diesem Sinne – stay tuned!

Strahlender Oktober

… und langweilig wird uns auch nicht.

IMG_1480

Ein traumhaft schöner Monat – die Sonne strahlt und unter den Füßen raschelt das bunte Herbstlaub. Kaum zu glauben, dass sich Pflanzen und Bäume mit dieser überschwänglichen Farbenflut auf den Winter vorbereiten. Peptidhormone sind verantwortlich, dass Bäume ihre Blätter abwerfen, sie sorgen sogar dafür, dass Insekten Abstand halten. Interessanterweise ist bisher völlig unklar, wie diese Hormone gebildet werden.

Aber NOCH haben wir perfektes Hundler-Wetter.

IMG_1457.JPG

Drei weise Frauen – Joanna Hewelt (Polen), Mary Ray (GB) und Christa Enqvist (Finnland)

Klar, dass unser Kalender nur so mit Hundesport-Aktivitäten angefüllt ist. Für anderes bleibt uns kaum die Zeit. Viel Training, noch mehr Spaziergänge und ein paar Seminare zwischendrin. Eins davon das Internationale Obedience Camp in Löchgau. Referenten in diesem Jahr waren Mary Ray, Christa Enqvist und Joanna Hewelt.
Mir persönlich gefällt der Austausch mit Hundesportlern aus aller Welt, der Einblick in deren Trainingsmethoden, das Handling der anwesenden Teilnehmer.

Spannend und überraschend zugleich!

Zuweilen wundere ich mich natürlich. Gerade dann, wenn das Gesagte nicht so recht in Einklang mit der Praxis zu bringen ist. Sehr interessant, den unterschiedlichen Handlern beim Training in den frühen Morgenstunden, während der Pausen oder abends zuzusehen. Zuweilen in jeder Hinsicht aufschlußreich.

Was Fehler im Training betrifft, habe ich dazu eine andere Philosophie.
Kann es der Hund, dann macht er keine Fehler. Macht er einen Fehler, da frage ich mich zu erst, ob er die Übung nicht gut genug verstanden hat. Manchmal irrt natürlich auch ein Hund – das ist normal. Aber ich versuche immer, zuerst die Ursache zu ergründen.

Macht ein Hund einen Fehler, dann
sollte der Handler zuerst bei sich
selbst suchen.
Findet er die Ursache nicht, dann sollte
er noch einmal gründlicher nachsehen.

IMG_1469

In guter Gesellschaft: Daily, Seven, Brianna, Julie, Tweed, Profi, Frieda und Greta. Die beiden Letzteren im Besitz von Kerstin Vogel.

Es war ein sehr schönes Camp in toller Gesellschaft. Der HSV Löchgau hat auch in diesem Jahr wieder ganze Arbeit geleistet und war mit vollem Einsatz für die Teilnehmer da, die Verpflegung exzellent. Die Organisation, altbewährt und super (bis auf die Kleinigkeit mit meinem Hotelzimmer 😉 ).

Meinen Hunden hat es auch gefallen. Die Nannerl hatte am Samstag eine kleine Krise und ihr Kreislauf mochte nicht so, wie sie wollte. Aber am Abend ging es dann schon wieder. Sie ist einfach die süßeste Maus, die man sich vorstellen kann.

IMG_4195

Und nun haben wir eine weitere spannende Aufgabe vor uns.

Julie_IMG_4088

Die Wurfplanung mit Julie – stay tuned 🙂

 

 

Schwammerlzeit und volle Monde

IMG_1320

Langsam macht sich der Herbst bemerkbar. Die Nannerl trägt morgens wieder Leuchtie und ich die Taschenlampe. Nebelschwaden, feuchtes Gras und der unverkennbar würzige Duft des Herbstes. Verschwenderisch ist er in seiner Farbenpracht.
Meine liebste Jahreszeit beginnt!

Die Hunde sind gut drauf. So gut, dass auch die Nannerl unsere schöne 6-Kilometer-Strecke locker schafft. Naja, ein langsames Tempo müssen wir schon anschlagen, damit auch sie ihre Zeit zum Schnüffeln und Schauen hat. Um das zu tun, was Hunde halt so machen.

Brianna’s Welt 17. bis 28. September

IMG_1234.JPG

Es gibt Tage, da schlägt sich der Sommer wacker, möchte nicht klein beigeben. Bringt Temperaturen, die es locker über die 20 Grad schaffen. Dennoch, der Herbst hat seinen Fuß bereits in der Türe. Bei Vollmond die ersten frostkalten Nächte. Die morgendliche Kälte nötigt mich zu Mütze und einer Mindestanzahl von zwei Pullovern, ein Schal ist obligatorisch. Während die Hunde schnüffelnd ihrer Wege gehen und über ihnen die kalte Atemluft aufsteigt, bekomme ich unterdessen sensationelle Sonnenaufgänge zu sehen. Abends schaffen wir die große Hunderunde im Hellen und die Hunde genießen die letzten Sonnenstrahlen.

Mittlerweile merkt man, wie schlecht das Augenlicht von Brianna geworden ist, gerade dann, wenn sie etwas gegen das Licht laufen muss. Da tut sie sich schwer, meinen Standort auszumachen. Das Gehör lässt auch merklich nach. So bleibt es nicht aus, ganz besonders auf sie zu achten, aufzupassen, dass sie nirgends falsch abbiegt oder wir nicht ohne sie die Richtung ändern. Manchmal bleibt sie schnuppernd irgendwo stehen, nur um dann leicht orientierungslos in die falsche Richtung zu laufen, in der Annahme, wir wären nicht mehr da.

Mir scheint, sie ist ein glücklicher alter Hund. Zufrieden. Sie schläft viel, bin ich zu Hause, dann ist sie da, wo ich bin (was hin und wieder zu Fast-Stürzen geführt hätte.) Sie liebt ihr Essen, sie liebt es, Stöckchen zu tragen, sie liebt es auch in ihrem Alter noch immer, wenn ich mit ihr spiele. Und sie möchte auf keinen Fall zu Hause bleiben und irgendetwas verpassen. Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, würde sie lieber zu Hause lassen, aber sie ist einfach nur glücklich, wenn sie mit darf. Sie besteht darauf, selbst ins Auto zu springen, was sie locker schafft. Ebenso schafft sie es auf die Couch oder ins Bett.

Denken Hunde eigentlich darüber nach, wie sie früher waren?

Ich denke darüber nach. Über unsere Abenteuer, über unsere gemeinsamen Jahre, unser gemeinsames Leben – wie sie zum Beispiel als Welpe war, als Junghund, als Mutter. Ihre Begeisterung und ihr inneres Feuer sind auch nach all den Jahren nicht erloschen. Genausowenig gehe ich an ihr vorbei, ohne nicht einmal über ihr seidiges Fell zu streicheln oder sie kurz anzusprechen.

Und ja, meine Hunde sind vielleicht ein bißchen frech und sie sind verwöhnt.

Ich liebe sie dafür und genau aus diesen Gründen sind es die besten Hunde der Welt!

Altweibersommer

IMG_1189

Der längste Sommer seit ca. 450 Jahren hält an, sagt zumindest der Deutsche Wetterdienst. Schön, aber Hauptsache nicht zu heiß. Erträgliche 22 Grad oder so, das ist perfekt für mich. Und natürlich für die vierbeinige Rasselbande.

Alle genießen es, lang ausgestreckt im Garten zu liegen. In der prallen Sonne, den Pelz so heiß, dass man ihn kaum anfassen kann – Border Collie gegrillt sozusagen. Wem es zu heiß wird, der sucht sich ein schattiges Plätzchen. Es ist so schön, dass die Haustüre auch nachts offen bleiben kann, eine Einladung zum Flashmob der hier ansässigen Mückenpopulation.

Sonst gibt es gerade nicht so viel zu berichten. Ich bin dankbar, dass es allen Hunden gut geht. Die Wehwehchen haben wir soweit im Griff.

Beim Spazierengehen haben wir einige Schwammerl fotografiert.

 

Brianna’s Sommer – 25. 8. bis 9.9.2018

Jetzt wird’s Zeit, den Blog auf den neuesten Stand zu bringen.

Die letzten eineinhalb Wochen unseres Urlaubs gingen wie im Flug vorbei. Wir waren viel spazieren und haben die Zeit genossen. Brianna geht es wieder gut, sie hat sich eine Blasenentzündung zugegezogen, die erst wieder ausheilen muss. Ansonsten ist alles putzmunter.

Ein Foto meiner Hunde ist übrigens in einem Buch von Anders Hallgren zu finden:

Der Schlüssel zum (Hunde)Glück:
Über die emotionale Bindung und das Vermeiden von sozialem Stress bei Hunden

Das Foto selbst ist von Karoline Thalhofer.

Mit Tweed habe ich an unserem ersten gemeinsamen Agility-Seminar teilgenommen. Wir hatten das Glück, dass wir mit Andrea Deeg eine wirklich herausragende Trainerin gewinnen konnten. Ihre Trainingseinheiten haben auf jeden Fall so etwas wie sich anbahnende Begeisterung in Tweed geweckt. Und es gibt ein Ziel …