Warum ich gerne als Zuschauer auf Seminare gehe

Der erste Punkt dafür ist sicherlich, dass ich sehr gerne anderen Trainern,
ganz egal aus welchen Bereichen, über die Schulter schaue. Es interessiert
mich einfach, wie sie an Dinge heran gehen und wie das Feedback der Hunde
darauf ist.

Der zweite Punkt ist, dass man dabei unheimlich viel lernen kann, wenn man
die Augen offen und Ohren gespitzt hat. Offen für neue Dinge und bereit, sie
umzusetzen.

Der dritte Punkt ist, dass ich einem neuen Trainer nicht mehr – einfach so –
meine Hunde anvertraue. Natürlich bräuchte ich nichts zu tun, was meinen
Hunden schadet, aber jeder Trainer gibt (meistens) sein Bestes. Ich fände es
sehr unhöflich, auf einem Seminar eine Grundsatzdiskussion anzuzetteln.
Schließlich gehe ich auf ein Seminar, um mir eine andere Sichtweise anzusehen.
Deshalb ist es wichtig, sich „neuen“ Trainern zu öffnen und sich darauf einzu-
lassen, was sie zu sagen haben.
Außerdem möchte ich erst wissen, wie ein Trainer mit Hunden umgeht.
Nett sein kann jeder Trainer. Was passiert, wenn der Hund nicht das gewünschte
Verhalten zeigt, wie ist seine Reaktion darauf? Wie verhält er sich dann?

Der vierte Punkt, ich gehe lieber zu Schmitt und als zu Schmittchen. Wenn
möglich gehe ich zu den wirklich Guten in ihrem Metier. Weil es immer mehr
Nachahmer gibt, die andere Trainer nur spiegeln (ohne zu verstehen, was sich
hinter einer Ausbildungsmethode verbirgt), wird es immer schwieriger, die
Kopien von den Originalen zu unterscheiden.

Der fünfte Punkt ist der, dass ich nicht nachahmen und kopieren möchte, was ich
sehe und lerne. Ich möchte mir meine eigenen Gedanken dazu machen, meine
Probleme selbst lösen und meine eigenen Fragen selbst beantworten können.
Ich möchte das ausschöpfen können, was ich lerne, ohne es zu kopieren oder zu
wiederholen. Meine Motivation dahinter ist keinesfalls reich und berühmt zu
werden (eine Erklärung dafür, warum eine Hundeschule nach der anderen aus
dem Boden schießt 😉 ). Es geht mir nicht darum, mit meinen Hunden möglichst
viel zu gewinnen (viel wichtiger hierbei ist das WIE) und deshalb ist es auch keine
Frage des persönlichen Egos.

Der sechste Punkt ist der eigentliche Grund dahinter.  Warum gehe ich auf Seminare,
warum sehe ich mir gute Trainer und gute Handler an? Es ist ganz einfach – ich will
einfach ein besserer Trainer für meine eigenen Hunde werden.

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  1. toller Artikel Susi, das kann ich genau so alles unterschreiben!
    Ich würde aber (für mich) noch hinzufügen, dass Weisheiten, wie „Viele Wege führen nach Rom“ und „viele Köche verderben den Brei“ nicht von ungefähr kommen!
    Eine Methode kann noch so toll sein, wenn sie mein Training nicht sinnvoll ergänzt bringt sie mir aktuell gar nichts.
    Im Gegenteil, ich finde es höchst verwirrend für meine Hunde, wenn ich mein Training ständig umstelle.
    Trotzdem möchte ich viele verschiedene Ansätze kennen und verstehen, um bei Bedarf darauf zurück zu greifen.
    In diesem Sinne, ich freu mich auf das Training nächste Woche! 😉
    liebe Grüße
    Jana

    • Vollkommen richtig, Jana. Ich suche mir auch Trainer aus, deren Methoden sich mit meiner Trainingsphilosophie gut kombinieren lassen. Wenn schon Seminar-Hopping, dann lieber als Zuschauer.

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