Sehr traurig

Nachdem ich heute den ganzen Vormittag geputzt und aufgeräumt habe,
haben wir das Training kurzerhand ausfallen lassen und uns zu einem
extra langen Spaziergang aufgemacht. Julie ließen wir in Werner’s Obhut
zurück, weil die Strecke für sie einfach viel zu weit gewesen wäre.
Eine unserer Lieblings-Spaziergeh-Runden führt uns entlang des
Vorflutgrabens in Richtung Isar.
Auf dem Rückweg zog es Luke (der seine feine Nase gerne dafür einsetzt,
irgendwelche Kadaver zu finden) in ein Gebüsch, woraufhin ein Raubvogel
abgestrichen war. Dieser Vogel landete in einem niedrigen Gebüsch auf der
anderen Seite und machte keine Anstalten, sich aus dem Staub zu machen.

Da mir irgendetwas an dem Vogel komisch vorgekommen war, zog ich mir
kurzerhand Schuhe und Socken aus und watete durch das Wasser auf die
andere Seite – Socken an, Schuhe an, Rucksack ablegen, Hunde ablegen
und die Jacke ausziehen (um damit den Vogel zu fangen).

Sumpfohreule (Asio flammeus). Quelle: wikipedia

Sumpfohreule (Asio flammeus). Quelle: wikipedia

Der Vogel hatte sich nicht von der Stelle bewegt und bei näherer Betrachtung
stellte ich fest, dass es sich um eine Eule handelte. Jacke drüber und der Vogel
war in meiner Obhut – sehr leicht, sehr mager und der Kropf sehr leer.
Dank iPhone konnte ich schnell jemanden ausmachen, der in Freising eine
Wildvogelaufnahmestation (besonders für Eulen) betreut und der wollte die
Eule gleich an Ort und Stelle abholen.

Zeitgleich trafen wir an meinem Auto ein und ich konnte ihm die Eule übergeben.
Vorsichtig wickelte er sie aus meiner Jacke und unterzog sie einer ersten
Untersuchung. Er erklärte mir, dass es sich um eine, bei uns recht seltene,
Sumpfohreule handelt. An den Schwingen konnte er nichts feststellen und als er
sie auf den Rücken drehte, machten wir eine schreckliche Entdeckung. Der Eule
waren beide Beine abgemäht worden. Unfähig sich selbst zu ernähren, war sie
damit zum Tode verurteilt worden.

Die frühe Mahd ist für viele Vögel, Reptilien und Säuger zur Todesfalle geworden.
Es gibt kaum noch einen Bauern, dem das Wohlergehen freilebender Tiere am
Herzen liegt, immer früher werden die Wiesen gemäht, um maximale Gewinne zu
erzielen. Von den unzähligen Wiesenbrütern hat da kaum noch einer eine Chance.

Ich möchte mal gerne den Jäger hören, der sich mit der Jagdgenossenschaft anlegt,
lieber schimpft man auf die Hundehalter. Wildernde, streunende und herumstöbernde
Hunde gehören definitiv an die Leine, das ist keine Frage für mich. Aber ich glaube
nicht, dass Hunde jemals einen so großen Schaden an der Wildtierpopulation anrichten
können, wie das die heutige Landwirtschaft macht.

P.S. Die kleine Sumpfohreule musste natürlich eingeschläfert werden.

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