Holländische Meisterschaften 2012

Seven, Profi und Spi C (die hier skeptisch ihren Bruder beäugt)

Trotz guter Vorbereitung, rechtzeitiger Planung und hervorragender
Logistik sollten diese holländischen Meisterschaften doch zu einer „kleinen“
Herausforderung für uns werden. Auf dem Weg nach Holland hat sich bei
uns schon so etwas wie eine kleine Routine eingestellt. Zuerst werden Domi
und Spice abgeholt und dann geht es ohne Umwege zum Hundemaxx.
Wer glaubt, dass wir schon alles hätten, was ein Hundlerherz begehrt, irrt sich
da gewaltig. Und so fanden sich, neben ein paar neuen Apportiergegenständen,
Hundespielzeug, Leckerlis und Büchern auch noch schnell ein Paar neuer (aber
um die Hälfte reduzierter) Eccos im Einkaufskorb. Leckeres Fleisch für die Hunde
rundete den Einkauf ab. Wie gut, dass ich eine Box aus dem Auto genommen hatte,
um mehr Platz zu schaffen …

Fast staufrei ließen wir Nürnberg, Würzburg und Frankfurt hinter uns, um an
unserem Lieblingsrastplatz (Limburg Süd) Halt zu machen. Hier gibt es eine schöne
Gassirunde für die Hunde und das Rasthaus zum goldenen M für uns. Guter Dinge
starteten wir wieder und das Grauen nahm seinen Lauf, als kurz vor Siegburg ein uns
unbekanntes Lichtlein am Auto zu leuchten begann. Die Konferenzschaltung mit dem
Hausmechaniker ließ leider nichts Gutes ahnen – sein unmissverständlicher Tipp:
„Fahrt die nächste Raststätte an und ruft den ADAC“.
Zur Ehrenrettung meines Autos muss ich sagen, dass er am Dienstag zuvor in der
Werkstatt war und alles in Ordnung schien.

Nach einer knappen Stunde war er da, der Retter in Gelb. Ein sachkundiger Blick in
ins Motor-Innere genügte – der Flachrippenriemen (???? – ehemals Keilriemen) hatte
das Weite gesucht  (und Domi hatte es gesehen) und war in den unendlichen Weiten
der A 3 auf nimmer wiedersehen verschwunden. Eine halbe Stunde später mussten
wir mit ansehen, wie unser Auto mit samt Hunden auf einen LKW verladen wurde.
Die Aussagen, dass keine Hunde ins Leihfahrzeug dürfen und sie wohl überhaupt kein
so großes Auto vor Ort hätten, steigerte unsere gute Laune immens.
Wir dachten ehrlich ans Umkehren.

Der Scudo wurde nach Siegburg gebracht, Domi kümmerte sich um den Leihwagen.
Wie dankbar war ich angesichts eines VW Touran, der zwar nur die Hälfte unseres
Gepäcks beherbergen konnte, aber besser als der prophezeite Polo war. Wie gut, dass
wir improvisieren können und so wurde schnell entschieden, was im Auto verbleiben
konnte. Ohne Zwischenfälle erreichten wir Koudekerke in den Niederlanden.
Eigens für uns gemalte Schilder zeigten uns den Weg zu unserem
„Gartenhäuschen“, dessen Eingang wir nach kurzer Suche (im Dunklen, denn die
Taschenlampe war im …?) fanden.  Für zwei Nächte war die Laube wirklich ok und für
die Hunde war es optimal, denn Tür auf  und sie konnten ins Freie, das Meer nur eine
(steile) Düne hoch, ca. 300 m von uns entfernt.

Total erschlagen fielen wir ins Bett.

Pünktlich fanden wir uns in der Sporthalle ein, in der die holländischen Meisterschaften
stattfinden sollten. Es ist ein so schönes Gefühl, fast als ob man zu Hause wäre.
Nach einer sehr schönen Begrüßung ging es auch schon los. Und ich hatte keine
Zeit, den ersten Schock des Tages – mit Profi Erster in A – zu verdauen. Wie gut, dass
ich diesen Hund habe, denn er hat wieder einmal sein Bestes gegeben und die
Unzulänglichkeiten in der Führtechnik des Handlers herausgerissen. Domi und Spice
waren so ziemlich am Schluss der B-Runde dran, das hieß warten bis zum Nachmittag.
Seven hatte nicht mal Zeit, mit den Ohren zu wackeln, hier ging es Schlag auf Schlag,
zuerst die Runde in A, gleich danach die Bleibübungen und danach seine Runde
in Novice.

Der Profi beim Sendaway. Foto: Peter van de Velde

Auf die beiden Buben bin ich unglaublich stolz, Seven hat sich nicht eine
Sekunde ablenken lassen, war konzentriert, fast ein bisschen übermotiviert und
hat seine Sache so gut gemacht. Und auf den Profi ist einfach Verlass, haderten
wir noch etwas mit unserer A-Runde, so war er – aus meiner Sicht – in B einfach toll.
In der A-Runde musste ich mit dem Profi ins Stechen. Leider haben wir das verloren,
aber ich freue mich sehr für Jolande und ihre Jitska, dass sie mit einer
hervorragenden Leistung auf den zweiten Platz gekommen ist.

Seven beim Vorsitzen. Foto: Peter van de Velde

Dass wir so gut abgeschnitten haben, habe ich auch Vroni zu verdanken. Sie hat mir
unermüdlich Geruchstücher ausgelegt und nicht locker gelassen, als ich schon dachte,
das wird nie etwas – vielen Dank liebe Vroni.

Am Nachmittag ging es dann schließlich weiter mit B. Es war Profi’s erste B-Runde.
Neu dabei Sendaway. Daran müssen wir definitiv noch mehr arbeiten. Dennoch hat
sich diese Runde wirklich gut angefühlt und es hat mir richtig Spaß gemacht.

Das eigentliche Highlight des Tages bildeten Domi und Spice, die dafür auch einen
eigenen Blogeintrag bekommen.

Für unsere Hunde verzichteten wir auf das Büffet und fuhren stattdessen mit ihnen
zurück zu unserem Gartenhäuschen um dort eine ausgiebige Runde am Strand zu
drehen. Sie waren begeistert und uns hat es auch sehr gut getan.
Abends fielen wir gut gelaunt und todmüde in unsere Betten.

Natürlich haben wir es uns nicht entgehen lassen, am Sonntag den C-Handlern
zuzusehen. Schon die Eröffnungszeremonie war überaus stimmig, lustig und von
einer tollen Atmosphäre geprägt. Wir fieberten bis zur Mittagspause mit den
Teams und drückten sämtliche verfügbaren Daumen, leider mussten wir dann
die Heimreise antreten, wollten wir nicht in den Stau kommen.

Unser erstes Ziel nach der Grenze – Tankstopp und Mc Donalds. Danach war eine
Gassirunde mit den Hunden geplant. Kaum aus der Ausfahrt begann ein Licht am
Bordcomputer des Touran verdächtig zu blinken – das konnte doch wohl nicht
wahr sein. Zuerst mal mit den Hunden gehen, vielleicht hört es auf. Unsere Stoß-
gebete fanden leider kein Gehör. Und so wurden wir zum zweiten Mal innerhalb
von zwei Tagen von den gelben Engeln des ADAC gerettet. Innerhalb der nächsten
drei Stunden hatten wir ein neues Auto und das Gepäck umgeladen.
Profi, Seven und Spice ertrugen das alles mit stoischer Ruhe, als wäre das alles das
Selbstverständlichste der Welt.

Kurz vor Mitternacht standen wir wieder vor Domi’s Haustüre, zwei Stunden später
lag ich zu Hause in meinem Bett. Wenn man diese drei Tage so Revue passieren lässt,
könnte man schon sagen, dass Obedience eigentlich nicht langweilig ist.

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