Begegnungen

Wer mit sechs (manchmal acht) freilaufenden, nicht wildernden, Hunden unterwegs
ist, kann so einiges erleben. Mir passiert es eigentlich nicht so oft, dass ich sprachlos
bin, aber die Begegnung heute, hat meine Nerven und die meiner Hunde doch recht
arg strapaziert.

Spaziergang am Flughafenzaun entlang. In etwa 400 Meter sehe ich drei Personen
mit  zwei Hunden. Einer der Hunde – ein langstockhaariger Deutscher Schäferhund –
wird  meiner Hunde ansichtig und spurtet, sämtliche Zurufe seines Frauchens
ignorierend, auf  meine Hunde zu. Ich denke noch, dass er, ob der weiten Distanz,
seinen Kontaktaufnahme versuch abbrechen wird, nehme vorsichtshalber aber lieber
Luke (der eine sehr extrovertierte  Haltung gegenüber anderen Hunden hat) an die
Leine. Als ich sehe, dass der Schäferhund  nicht abdreht, lege ich meine Hunde ab,
in der Hoffnung die Passivität würde ihm den Wind  aus den Segeln nehmen.
Aber auch damit täusche ich mich, Profi liegt als erster Hund vorne  an der Spitze,
neben Seven. Die Mädels versuchen sowieso anderen Hunden aus dem  Weg zu
gehen und haben sich um mich versammelt. Und so stoppt der Rüde neben Profi
(der wohlgemerkt immer noch liegt), drückt ihm die Schnauze ins Fell und macht
ihn voll an.
Während ich beruhigend auf den Profi einrede, ruhig liegen zu bleiben, pöbelt
der Rüde  herum. Zwischenzeitlich hat der Golden Retriever die Schleppleine
durchgerissen und  und kommt ebenfalls auf meine Hunde zu, traut sich aber
nicht ganz her. Gemütlich  schlendern die Hundebesitzer heran und von weiten
rufen sie mir schon zu, wie brav doch  meine Hunde sind. Derweil versucht der
Schäferhund, beim Profi aufzureiten, was dem  nun doch zu viel wird, er steht auf . . .
Ich – mittlerweile sichtlich erbost – aber um Ruhe  bemüht, damit die Situation
nicht eskaliert und vor allen Dingen, damit keiner meiner  Hunde verletzt wird,
schnauze nun doch die Leute an, endlich ihren verflixten Köter,  von meinem Profi
herunter zu holen. Alle „Diego, Diego, Diego . . . . Rufe) verhallen  zwar gehört, aber
nicht befolgt. Als der Rüde erneut versucht, beim Profi aufzureiten gehe ich
etwas in seine Richtung, der Rüde hat wohl die Mordlust in meinen Augen
gesehen und entfernt sich knurrend und bellend. Endlich sind auch die Besitzerin
des Rüden und das Pärchen, dem der Goldie gehört, eingetroffen – sehr entspannt.

Es tue ihnen ja furchtbar leid, dass der Schäferhund abgehauen ist, er ist ja
noch so  jung, gerade zwei Jahre alt, ich müsse schon verstehen, dass es da
noch Defizite  (ja, sie sagten Deifizite) beim Gehorsam gebe. Der Schäferhund war
übrigens da  immer noch frei und kläffte im Halbkreis um den Profi herum, der
Goldie mittlerweile  wieder angeleint. Zu dritt schafften sie es dann endlich, Diego
zu fangen.

Ich soooooooo einen Hals . . .

Als sie endlich dazu in der Lage waren, ihre Hunde an meinen vorbei zu zerren,
musste ich – als ob das alles nicht gereicht hätte – mitanhören, dass der nächste
Hund ein Border Collie sein wird, weil die ja viiiieeeeel besser hören.

Meine Hunde hören nicht nur viel besser, sie gehorchen auch.

Trotzdem bin ich unglaublich stolz auf meine Hunde, alle sind liegen geblieben,
ohne mit  mit einer Wimper zu zucken. Wer hätte gedacht, dass der Profi dieses
unglaubliche  Vertrauen zu mir hat, die Situation zu meistern. Er ist, trotz der Attacken
des Schäferhundes,  „bei mir gewesen“, hat zugehört und mich machen lassen. So
sind wir alle unbeschadet  aus diesem Albtraum gekommen.

Diese Hundebesitzer sollen sich glücklich schätzen, wenn sie mir die nächsten
Tage nicht  über den Weg laufen . . .

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  1. Der Hammer, auf was und wen man so alles trifft! Leider gibt es immer wieder Leute die unfähig sind, ihre Tiere zu erziehen… du kannst froh sein, daß nichts passiert ist!!
    Und….. sorry…. aber du hast es doch mit soviel Humor geschrieben, daß ich ein bisschen schmunzeln musste….::o))
    LG
    Laurence

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