Zucht

Think! before you breed.

Der Durchschnitt setzt sich immer mehr durch,
Qualität geht verloren.

Aus diesem Grund halten wir keine Show-Border-Collies und
züchten nicht mit australischen Ausstellungs-Blutlinien!

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  • Wurfplanung Brianna

Ich habe mich entschlossen, mit Brianna keinen weiteren Wurf mehr zu machen
und ich kann die Enttäuschung der Interessenten sehr gut nachvollziehen.
Es sind mehrere Gründe, die zu diesem Entschluß geführt haben.
Der erste ist sicherlich, dass ich mein Nannerl so lange als möglich an meiner
Seite haben möchte und vielleicht wäre ein dritter Wurf in diesem Alter einfach
nicht gut gewesen. Ein weiterer Aspekt liegt für mich darin, dass ich eigentlich
gar nicht will, dass es viele Hunde aus meiner Zucht gibt – sie sind etwas
Besonderes und sollen es auch bleiben – bei uns gibt es keine Massenware. Und
jeder, der von mir einen Welpen bekommt, hat sich diesen Hund verdient.
Ich habe mit den Jahren nicht nur vieles über Hunde, sondern gerade über
Border Collies gelernt. Und so bin ich im Grunde den Plüschi-Border-Züchtern
(fast) dankbar, dass sie so viele dieser schwarz-weißen Hunde in die Welt setzen.
Es wäre doch jammerschade, wenn die guten Border Collies in die Hände
von Menschen kämen, die mit den einzigartigen Merkmalen dieser Rasse nichts
anzufangen wissen. Kürzlich habe ich auf einer Homepage gelesen, dass Show
Border Collies “gedrosselte” Border Collies wären und Hunde aus Arbeitslinien
ständig “unter Strom” stehen. Ich sehe das eher so: einfach gestrickte (talentfreie)
Hunde für eine passende Klientel – Hauptsache man braucht sich nicht zu große
Gedanken machen. Mittlerweile ist das Marketing besser und wichtiger, als die
Aufzucht der Hunde und nirgends wird mehr gelogen, als auf den Homepages
von Züchtern.

Natürlich werden wir wieder züchten, aber auch dann nur noch, wenn ich mir
selbst einen Welpen behalten kann. Meine Würfe sind so sorgfältig geplant, dass
es eine Schande wäre, das nicht zu tun. Wir machen keine Verkaufswürfe,
dazu habe ich eine andere Einstellung. In den nächsten Jahren werde ich
nach zwei passenden Hündinnen Ausschau halten – eine davon aus einer
blutfremden Linie (der Vater steht schon fest). Und in der Zwischenzeit werden
wir uns die Zeit schon gut vertreiben.

———————

Trotzdem möchte ich diese Seite zum Anlass nehmen, einige Dinge “zu
Papier” zu bringen, die mir auf der Seele brennen.

Was meine Welpenkäufer wissen müssen

Ich gebe meine Welpen nur an Menschen ab, die mit diesen auch
arbeiten werden, ohne sie auf ein Sportgerät zu reduzieren. Meine Hunde
sollen nicht nur mit den Beinen, sondern auch im Kopf bewegt werden.
Deshalb wäre es schön, wenn die zukünftigen Besitzer den Hund auf
Prüfungen vorstellen und mit dem Hund eine sinnvolle und hundegerechte
Ausbildung machen (wobei für mich weder Dogdance, noch Flyball, Frisbee,
Reitbegleitung oder lange Wanderungen dazu gehören). Nur in Ausnahmefällen
werde ich zukünftig einen Border Collie als Einzelhund abgeben. Ebenso gebe
ich keinen meiner Hunde als Familienhund ab, dafür sind mir meine Hunde zu
schade und es gibt genügend “Züchter”, die diesen Markt mit einer Vielzahl an
Würfen bedienen.
Ich lege Wert darauf, dass meine Welpenkäufer Kontakt zu mir halten, weil
ich meine Hunde liebe und gerne wissen möchte, was der weitere Lebensweg
für sie bereit hält. Als Züchter tue ich mein Bestes, um meine Welpen auf
ihr zukünftiges Leben vorzubereiten. Wir haben es nicht nötig, unsere Hunde,
wie im Supermarkt, mit umfangreichem Zubehör anzupreisen – viele Dinge sind
für uns selbstverständlich, dafür müssen wir nicht werben.
Ich erwarte von meinen Welpenkäufern, dass sie mich in meinen Zuchtzielen
unterstützen, indem sie ihre Hunde zu notwändigen Untersuchungen, Ausstellungen
und Prüfungen vorstellen. Denn ohne diese Unterstützung gibt es keine korrekte
Aussagekraft über die Qualität eines Wurfes hinsichtlich Gesundheit und Leistung.

Therapiehunde

Da mich immer wieder Anfragen von Menschen erreichen, die sich einen
Welpen bei mir kaufen wollen, um diesen als Therapiehund einzusetzen,
möchte ich dazu klar Stellung nehmen.
Ich denke nicht, dass der Border Collie – hinsichtlich seiner rassespezifischen
Eigenschaften – die passende Rasse für dieses Aufgabengebiet ist. Sicherlich
gehört viel Engagement dazu, aber eigentlich halte ich diesen “Streichel- und
Fütterzwang” für eine Zumutung für Hunde. Mir stellt sich hier eher die Frage,
warum sich Menschen nicht mehr um ihre Mitmenschen kümmern und dafür
lieber Hunde vorschieben. Abgesehen davon scheint es eine Mode zu sein, seinen
Hund als Therapiehund “auszubilden” wenn er sonst schon zu nichts taugt.

Philosophie “Think! before you breed”
(Was eigentlich für jeden Züchter gelten sollte.  Allerdings
gibt es bei den Border Collies mehr “Welpenmacher” als
Züchter.)

Es gibt viele Züchter, die auf ihren Seiten etwas über Zuchtphilosophie
veröffentlichen. Oft steht darin, dass sie mit ihrer Zucht die Rasse
verbessern möchten. Hinsichtlich der Arbeitsqualität und des Aussehens
eines Border Collies gehen die Meinungen mittlerweile derart auseinander,
dass man schon von zwei verschiedenen Rassen sprechen kann. Ich habe lange
darüber nachgedacht, was unsere Philosophie sein könnte? Was gibt es am echten
Border Collie zu verbessern? Ich habe Border Collies, weil ich von dieser
Rasse begeistert und fasziniert bin. Warum also etwas ändern? Mit Brianna
habe ich – aus meiner Sicht – D E N perfekten Hund und ihre Nachzucht
(mit zwei verschiedenen Rüden) hat uns überzeugt.
Es macht im übrigen wenig Sinn, die Schwächen eines
Hundes mit dem “richtigen” Partner auszugleichen zu
versuchen. Verantwortunsvoll zu züchten heißt für mich,
Stärken zu kombinieren.

Ich bin kein Hobbyzüchter, ich bemühe mich, mit Wissen und Verstand zu
züchten (ich gehe ja auch nicht zum Hobbychirurgen, wenn ich operiert werden
muss). Ich gehöre nicht zu den Massenzüchtern, die vier und mehr Würfe
jährlich aufziehen und ich setze mich für den Erhalt der genetischen Vielfalt ein.
Mir erschließt sich kein einziger nachvollziehbarer Grund (außer natürlich der
monetäre), warum man mit einer Hündin vier und mehr Würfe ziehen muss.
Wir gehören nicht zu den “Züchtern”, die am laufenden Band schwarz-weiße
(oder darf’s ein bißchen bunter sein) Hunde produzieren – von planvoller und
verantwortungsvoller Zucht kann hier doch nicht mehr die Rede sein. 
Da meine Hunde keine Gebärmaschinen sind, liegt uns nichts daran, mit ihnen
Geld zu verdienen. Zumal ich für meine Würfe immer sehr viel Aufwand, Zeit
und nicht zuletzt, hohe Ausgaben in Kauf nehme.
Meine individuelle Vorstellung eines Border Collie ist die eines gut arbeitenden
Hundes, jenseits von Fellbergen, kurzen Beinen und Glupschaugen. Die
wertvollen Eigenschaften des Border Collie sind es, die es zu erhalten gilt.
Ich möchte keinen an jede Lebenssituation angepaßten Border Collie,
denn das bin auch ich nicht, werde ich nie und möchte ich auch nie sein.

Antworten

  1. Hallo Susi,
    ich finde es sehr vernünftig und auch absolut zu vertreten,dass du mit Brianna keinen Wurf mehr machen möchtest. Ich teile deine Meinung. Eure Hunde sind etwas besonderes und sollen es auch immer sein.
    Leider macht sich kaum einer Gedanken über die Borders und ihre tollen Eigenschaften und viele verkommen dann leider.
    Liebste Grüße und viel Spaß und Erfolg auf der Crufts,
    Natalie und Jenna, Kira und Ashanti


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